Bericht aus Berlin

Am Montag war ich am Mahnmahl für die ermordeten Juden Europas, besser als “Holocaust-Mahnmal” bekannt. Auf die Idee sich das Bauwerk mal näher anzuschauen kamen ausser mir auch noch einige 1000 andere. Beim Durchlaufen hatte ich einige Beinahe-Zusammenstösse mit anderen Besuchern, die quer zu meiner Laufrichtung unterwegs waren. Es ergeben sich immer wieder neue Durch- und Einblicke. Das spiel mit immer gleichen aber doch wieder anderen Elementen ist spannend.

Das Mahnmal ist sehr ästhetisch gestaltet. Was natürlich früher oder später die Frage aufwerfen wird, ob ein Ort des Gedenkens gut ausschauen darf. Natürlich darf er das. Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass eine neu errichtete Gedenkstätte gut ausschaun muss.

So wird auch denen der Zugang zur Thematik erleichtert, die nicht so gut informiert sind. Solange Berlin-Besucher Orte wie das Jüdische Museum oder eben das Holokaust-Mahnmal nicht als Teil einer Betroffenheitstour besuchen, sondern weil man es “gesehen haben muss”, wird die dahinterstehende Geschichte auch Kreise der Gesellschaft erreichen, die sich sonst vielleicht nicht damit auseinandergesetzt hätten.


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