Der Fachhandel und das Internet
In Internetforen, die sich mit höherpreisigen Geräten zur Hobbyausübung beschäftigen, gilt im Allgemeinen die Meinung, dass Einkaufen im Internet (oder Versandhandel allgemein) zwar billig ist, aber auch für das Sterben des örtlichen Fachhandels verantwortlich ist. Außerdem sollte doch jedem ein etwaiger Aufpreis die Beratung vor Ort und der bessere Service wert sein.
Diese These im Hinterkopf habe ich am Freitag einen Fahrradhändler im Nachbarort aufgesucht um ein Zubehörteil für mein Rennrad zu kaufen. Gerade dieser Händler hatte sich in den vergangenen Jahren durch gute Beratung und ein vielfältiges Angebot gerade bei sportlichen Zweirädern ausgezeichnet.
Mag sein, dass ich wegen der Beratung den falschen Zeitpunkt erwischt hatte, das Angebot beim Zubehör war nur dann ausreichend, wenn man Zubehör einer bestimmten Marke kaufen wollte. Die Frage nach einem Lenkeraufsatz fürs Rennrad wurde mit “Haben wir nicht da, können wir aber gerne für Sie bestellen” beantwortet.
Doch ist das wirklich eine Alternative zum Selbstbestellen? Nach dem Fernabsatzgesetz kann ich die Ware nach Ansicht innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurücksenden, der Fachhandel wollte nur bestellen, wenn ich den Liegelenker auch abnehme. 1:0 für den besseren Service des Versands.
Der Vorteil der sofortigen Mitnahme, der mir im Normalfall 10-20% Mehrpreis wert ist, war ja durch das bestellen Müssen auch weggefallen.
Ich habe deshalb vom Kauf abgesehen. Und hätte dann doch im Internet bestellt, wenn ich nicht noch spontan in die nächstgrößere Stadt gefahren wäre.
Dort habe ich den von mir favorisierten Lenkeraufsatz in einem ZEG-Laden (für mich bisher der Inbegriff des traditionellen Zweiradhandels) gefunden. Der Preis lag im Bereich des Versandhandels, wenn man auch die Versandkosten in den Preisvergleich mit einbezieht.
Und weil er sich auch problemlos montieren ließ, bin ich gestern und heute doch zu 160 Trainingskilometer mit Liegelenker gekommen.