Jun 25 2010

Gut, dass es nicht gegen Englandien geht

Die Spiele der Fußball-WM in Südafrika waren bisher überwiegend nicht unbedingt mitreisend. Auch die deutsche, also unsere, Nationalmannschaft hat nicht nur berauschende Fußballspiele abgeliefert. Wobei hier natürlich die Erwartungen und Ansprüche durch den überzeugenden Auftaktsieg gegen Australien gestiegen sind.

Nun geht es also am Samstag im Achtelfinale gegen das sogenannte Mutterland des Fußballs, England. Ein durchaus respektabler und ernstzunehmender Gegner. Den “wir” dennoch schlagen werden. Da bin ich aus verschiedenen Gründe zuversichtlich.

Sicher kennen auch die englischen Spieler den Spruch von Gary Lineker:

„Football is a simple game: 22 men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans win.“ („Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen.“)

Und werden diesen hoffentlich beherzigen ;-) . Spätestens in einem möglichen Elfmeterschießen werden sie sich an die Halbfinals der WM 1990 und der EM 1996 erinnern und entsprechend gehemmtvorbelastet am Elfmeterpunkt stehen.

Dazu kommt, dass die deutsche Nationalmannschaften in den KO-Runden der Weltmeisterschaften bisher nur an Mannschaften gescheitert sind, die aus Ländern kommen, die auf “ien” enden. Zweimal verlor man gegen Italien (1982 im Finale, 2006 im Halbfinale). Je einmal waren Argentinien (Finale 1986), Bulgarien (Viertelfinale 1994), Kroatien (Viertelfinale 1998) und Brasilien (Finale 2002) am Ende besser.

Diese Serie werden “Jogis Jungs” sicher nicht leichtfertig am Sonntag reißen lassen. An mangelnder Motivation und fehlendem Einsatz wird es sicher nicht liegen. Gehören doch Länderspiele gegen England (ohne “ien” am Ende) zur gleichen Kategorie wie Spiele gegen die Niederlande oder Schalke gegen Dortmund. Da besteht höchstens die Gefahr, dass die Spieler beider Seiten übermotiviert zu Werke gehen.

Ich freue mich auf ein spannendes und hoffentlich faires Achtelfinale am Sonntag. Mit einem Sieger Deutschland. Schließlich möchte ich nächste Woche nicht von meinen englischen Kollegen gehänselt werden.


Mai 19 2007

Deutscher Meischder, Deutscher Meischder

ist nur der VfB!!!

Als Fan des VfB Stuttgart freue ich mich natürlich besonders, dass die Mannschaft mit den jüngsten Spielern der Liga heute den Titel geholt hat.

Oben drauf kommt noch mein Sieg im Bundesliga-Tippspiel des Pottblog.

Im Gegensatz zu den Bayern habe ich heute also zwei Gründe zu feiern.


Jul 19 2006

Gründe warum Jürgen Klinsmann weitermachen hätte sollen

Er hat sich ja anders entschieden und hat seinen Vertrag als Bundestrainer nicht verlängert. Zwar durchaus nachzuvollziehen aber schade ist es trotzdem.

Ist auf jeden Fall kein Grund nicht auf die Sammlung von 100 Gründen, warum Klinsmann Bundestrainer bleiben muss im Worldcup-Wiki hinzuweisen.

Meine Lieblingsgründe habe ich mal hier aufgelistet:

7. weil nur er verhindert, dass Beckenbauer auch noch Papst wird.

31. weil Lothar Matthäus dann noch mal 10 Jahre warten muss, bis er wieder nicht Nationaltrainer wird.

Besonders Grund 31 ist wichtig.


Jul 15 2006

Der Schuss geht nach hinten los

Auch so eine Phrase, die vom schlechtesten aller denkbaren Finalkommentatoren stammen könnte. Also vom dem Sportberichtserstatter, der nach ca. 120 Minuten Spielstand den Beginn der Verlängerung ausrief. (Das weiss sogar meine Mutter, dass dann das Elfmeterschiessen anfängt)

Und weil es noch mehr Leute gibt, die den Herrn Reinhold Beckmann als Fehlbesetzung auf dem Moderatorenstuhl bei Länderspielen ansehen, wurde eine Internet-Resolution gestartet. Auf www.stopptbeckmann.de konnte man sich eintragen, wenn man der Meinung war, Beckmann solle besser keine Fussballspiele mehr kommentieren.

Doch leider ist da jetzt Folgendes zu lesen:

Herr Beckmanns Anwälte haben sich bei uns gemeldet. Uns droht nun eine Vertragsstrafe bei Nichtbeachtung einer Unterlassungserklärung. Die Höhe der möglichen Strafe bewegt sich in Sphären die man vermutlich nur als ARD Fußballkommentator erwirtschaftet, für uns jedoch weit außerhalb unserer Möglichkeiten liegt. Das weiß Herr Beckmann.

Clevere Idee vom Herrn Beckmann seine Kritiker auf diese Art zum Schweigen bringen zu wollen. Da finden sich bestimmt kaum Blogger, die finden, dass der Herr Beckmann sicher vieles kann, nur eben keine Fussballspiele kommentieren sollte. Hat auch bei Jean-Remy von Matt und Papa Klum wunderbar funktioniert.

Wenn jetzt nur jeder Fünfte, der da bisher unterzeichnet hat, seinen Unmut direkt an die ARD schickt, müsste eine ordentliche Menge an Anti-Beckmann-Mails zusammenkommen. Ob es das ist, was der Herr Beckmann und seine Anwälte erreichen wollen?

Im Law Blog und bei Indiskretion Ehrensache steht noch mehr zum Thema.

Update, 18.7.
Ich habe meine Kritik an Herrn Beckmann über das oben verlinkte Kontaktformular an die Sportredaktion der ARD geschickt. Heute kam eine Antwortmail. Die Kritik soll an den zuständigen Redakteur weitergeleitet werden und die ARD setzt alles daran mich zufrieden zu stellen. Gut formulierte Standardmail, mal schauen ob sie auch machen, was sie schreiben.


Jul 5 2006

Allez les Bleues oder Forza Italia?

Nachdem unsere Nationalmannschaft gestern unglücklich* das Finale nicht erreicht hat, stellt sich die Frage, welches Team ich am Sonntag unterstützen soll.

Hätte heute Portugal gewonnen, wäre die Entscheidung schon gefallen. Ich mag den angenehmen weichen Klang der portugiesichen Sprache und habe mich bei einem Kurzurlaub in Porto sehr wohl gefühlt. Ich hatte da nie das Gefühl, dass es eine Last wäre mit mir nicht in der Landessprache zu kommunizieren. Das habe ich in Frankreich auch schon anders erlebt. (0:1 gegen Frankreich)

Dennoch ist Frankreich wie Italien ein schönes Land. Und in beiden Ländern gibt es sympathische und unsympathische Bürger, wie auch bei uns. (Punkt für beide, Zwischenstand 2:1 für Italien)

Beide Länder bauen Autos. Nach eher enttäuschenden Erfahrungen mit einem Fahrzeug aus Italien fahre ich jetzt den zweiten “Franzosen” und bin zufrieden. (Punkt für Frankreich, 2:2)

Bei Mode (Haute Couture gegen Alta Moda), Essen oder Wein kann sich kein Land vom Anderen absetzen. Den möglichen Minuspunkt bei der Politik (Silvio Berlusconi) haben die Italiener ja abgewählt. Somit streiche ich den Punktabzug für Italien dafür.

Da hilft vielleicht das Interview mit einem Römer, das ich heute im Radio gehört habe weiter. Er hatte Verständnis für die Enttäuschung der Deutschen bei der WM im eigenen Land im Halbfinale auszuscheiden. Schliesslich hätten sie das 1990 auch erlebt. Und im Finale hätten sie dann Deutschland unterstützt. Er hoffe, wir würden das am Sonntag auch so machen.

Mache ich doch gerne. Ich werde also am Sonntag für die Mannschaft sein, die gegen uns nicht im Halbfinale gewonnen hat. (1990 hatte Italien gegen unseren Endspielgegner Argentinien verloren) Allez les Bleues!

Wollen wir also hoffen, dass wir nach dem Finale singen können:

Allons enfants de la Patrie,
Le jour de gloire est arrivé!

* Ein Gegentor kurz vor Ende der Verlängerung ist immer unglücklich, auch wenn es in der Gesamtbetrachtung des Spiels für die Italiener nicht gänzlich unverdient war.