Mrz 12 2009

Brauche ich als Fotograf jetzt eine Rechtschutzversicherung?

Bei Kwerfeldein bin ich auf ein interessantes Interview, das von Martin Gommel und Katrin Krieger mit dem Rechtsanwalt Philipp Dorowski geführt wurde gestoßen.

Im Interview und zwei Folgebeiträgen, in denen Fragen der Leser beantwortet werden, geht es um die Rechtslage bei der sogenannten Streetfotografie.

Da ich auch ganz gerne das alltägliche Leben mit der Kamera festhalte, habe ich mir alles mit großem Interesse durchgelesen. Nach den Schlußfolgerungen, zu denen RA Dombrowski kommt, kann man die klassische Streetfotografie eines Henri Cartier-Bresson, Brassaï oder Garry Winogrand in Deutschland wohl vergessen.

Zukünftige Historiker und Sozialwissenschaftler werden es also den Juristen und ihrer Einstellung zum Recht am eigenen Bild bzw. Persönlichkeitsrechten zu verdanken haben, dass sie zwar das Alltagsleben in Deutschland und Europa des 20. Jahrhunderts anhand von Bildern rekonstruieren können. Für das 21. Jahrhundert werden sich die Aufnahmen auf Familienszenen und Architektur-Aufnahmen unbelebter Städte beschränken müssen.

Es sei den, die Freunde der Streetfotografie handeln weiter nach dem Motto, wo kein Kläger, da kein Richter. Was unter Umständen teuer werden kann und juristischen Beistand notwendig machen kann und zur Überschrift zurückführt.


Mrz 12 2009

Muß jetzt Franz M. auch gehen?

Auch wenn ich in der Vergangenheit so meine Probleme mit dem einen oder anderen Äußerung des Vorsitzenden meiner Partei hatte, so muss ich ihm bei seiner Aussage gegenüber dem Spiegel zustimmen.

Dieses Jahr feiern wir 20 Jahre Mauerfall, da wird es langsam wirklich Zeit, bei den Linken, zumindestens dem pragmatischen Teil, genauer hinzuschauen, ob man vor Ort und in den Ländern mit ihnen im Sinne einer sozialen und demokratischen Politik für die Menschen zusammen arbeiten kann.

Was Franz Müntefering dabei nicht sagt, ist natürlich, dass ein grundsätzliches Ausschliessen der Zusammenarbeit der SPD nicht nützen wird. Die einzigen Profiiteure einer solchen Politik sitzen im schwarz-gelben Lager. Und von da kann man in den anstehenden Wahlkämpfen sicher die x-te Wiederauflage von Pastor Hintzes Rote-Socken-Kampagne erwarten. War noch nie besonders originell und wird es durch ständig Wiederkäuen auch nicht.

Innerparteilich bewegt sich Franz Müntefering mit diesern Aussagen auf dünnerem Eis. Das kann ihm sicher sein Amtsvorgänger bestätigen. Schliesslich führte die Freigabe der Gesprächsaufnahme mit den Linken für Andrea Ypsilanti letztendlich zum Rücktritt von Kurt Beck.


Feb 12 2009

Sie fotografieren noch analog?

Als ich neulich durch den Sucher meiner Nikon F3 in Ulm das Stadthaus anvisierte, sah ich im Augenwinkel wie neben mir ein Tourist seine mit ausgestreckten Armen Richtung Münster gehaltene Digitalkamera senkte und mich etwas verwundert anschaute. Nachdem ich das Bild im Kasten hatte, kam er herüber geschlendert und stellte mir die Frage aus der Überschrift.

Meine Antwort, “Was heisst hier noch? Wieder und immer mehr” hat ihn dann doch überrascht.

Die Frage nach den Vorzügen der analogen Bildaufzeichnung über Film gegenüber der modernen, digitalen Form kann, in den richtigen Foren gestellt, zu ausufernden Diskussionen führen. Das hat dann hin und wieder etwas von einem Glaubenskrieg. Die dabei am häufigsten aufgeführten Argumente Pro-Silikonchip sind die Kosten und die Geschwindigkeit. Auch die Anhänger der silberbasierten Fotografie führen die Kosten als Vorteil ins Feld. Auch der subjektiv bessere Bildeindruck speziell bei Schwarz-weiß-Aufnahmen wird recht häufig genannt.

Recht selten wird der Beweggrund aufgeführt, der mich zur Filmrolle greifen lässt:

Es macht einfach Spaß. Und spannend ist es auch, da man ja nicht unmittelbar nach der Aufnahme kontrollieren kann, ob alles so gelungen ist, wie man es sich beim Druck auf den Auslöser vorgestellt hat.

Auf Aphog.de gibt es eine recht ausführliche Zusammenstellung Stärken und Charakteristika der klassischen Silberhalogenid-Fotografie aus der Sicht der analogen Fraktion. Da finden sich auch noch weitere Aspekte, auf die ich hier nicht weiter eingehen will.


Okt 26 2007

Der Parteitag bloggt

Heute beginnt in Hamburg der Bundesparteitag meiner Partei, der SPD. Neben tagespolitischen Themen soll da ja auch das neue Grundsatzprogramm beschlossen werden.

Und damit auch alle Interessierten im Internet gut informiert sind, wird live gebloggt. An vorderster Front natürlich wieder die WebSozis mit ihrem Parteitagblog. Und zum ersten Mal bloggt auch die Bundespartei unter blog-spd.de mit.

Ich denke mal, dass die Pionierarbeit von Christian Tauer und mir auf dem Karlsruher Parteitag 2005 sicher nicht kontraproduktiv für diese Entscheidung war.


Jun 12 2007

Äpfel und Bananen

Unter Bananenware versteht man ja gemeinhin Software, die wie Bananen erst beim Kunden reift. Heutzutage acht man das nicht mehr mit einer vorschnell auf den Markt geworfenen Version sondern startet eine “Public-Beta”, wie es z.B. Adobe bei der Einführung von Lightroom gemacht hat. Positiver Nebeneffekt für den Softwareanbieter ist dabei, dass weniger potentielle Kunden zu Konkurrenzprodukten abwandern.

So oder ähnlich müssen sich das die Leute bei Apple auch gedacht haben, als sie jetzt die Beta-Version des Safari-Browsers für Windows auf die Internet-User-Welt losgelassen haben.

Ich habe mir die Software auch heruntergeladen und installiert. Wegen dem Beta-Status habe ich keine Software erwartet, die mit Geschwindigkeitsrekorden aufwartet, aber so zum Testen von Internetseiten ist eine weitere Alternative zu Firefox, Opera und dem komischen Browser aus Redmond immer gern gesehen.

Was die Firma aus Kalifornien da allerdings in auf meinen Rechner gepackt hat, lässt sich auch nicht mit dem Kultstatus den Apple zwischenzeitlich bei einigen hat und der dadurch erhöhten Toleranzschwelle erklären. So eine unbenutzbare, instabile Software habe ich das letzte Mal getestet, als Software noch über Sharewaredisketten zum Test angeboten wurde und Windows nur eine grafische Benutzeroberfläche für DOS war.

Sämtliche Menüs wurden ohne Text angezeigt, spätestens nach dem fünften Klick verabschiedete sich dieser Programmierfehler aus Cupertino ins Nirwana. So schnell wurde bei mir noch keine Software wieder deinstalliert.

Und dann kommt noch dazu, dass wenn man beim Installieren zu schnell klickt, wird einem auch noch einen neuen Netzwerkdienst namens Bonjour untergejubelt. Wenn ich das richtig verstehe, gibt das Teil Dinge auf meinem Rechner frei, ohne mich zu fragen. Was soll das denn? Solche Eingriffe in die Systemsicherheit zur Erhöhung des Benutzungskomforts kannte ich bisher nur von Microsoft.

Herr Jobs, das war wohl nix. Werbung für ein gutes Produkt sieht anders aus. Gut gemeint ist eben doch das Gegenteil von gut gemacht.