Jan
20
2005
Irgendwie sind die Briten doch anders. Schaut man in “The Official Top 40 Singles Chart” auf BBC1, finden sich gleich 3 ältere Titel in den Top 10. Und älter heisst hier fast schon richtig alt. Aber gute Musik ist ja zeitlos.
- Platz 1: Elvis Presley – One Night
- Platz 8: Iron Maiden - The Number Of The Beast
- Platz 10: Elvis Presley – Jailhouse Rock
Das ist doch mal richtige Musik. Mal kein “Schni, Schna, Schnappi” oder “Ja, er lebt noch”
Wenn die britische Küche nicht wäre, könnte ich einen Wohnortwechsel fast in Erwägung ziehen.
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Nov
17
2004
Manchmal treffen durch Zufall Dinge zusammen, die erst durch den zeitlichen Zusammenhang nicht einer gewissen Komik entbehren.
Da sass ich gestern Anbend gemütlich auf dem Sofa, im CD-Spieler lief Rosenstolz und ich hatte gerade im neuesten Spiegel den Artikel über das Radioprogramm (Titel: “Nur noch nebenbei”) beendet, als das Telefon klingelte. Am anderen Ende war eine freundliche Dame eines Marktforschungsinstituts, die mich zu den Radiosendern meiner Region und meinen Hörgewohnheiten befragen wollte.
Schon bei den Einstiegsfragen wurde mir klar, dass die schöne neue Radiowelt nicht die meine ist. Mir wurden Namen von Radiosendern um die Ohren gehauen, die ich da zum ersten Mal hörte. Naja, für jemand, der zuhause Radio nur zum Wachwerden und unterwegs überwiegend für die Verkehrsmeldungen hört, habe ich mich dabei gar nicht so schlecht geschlagen.
Besonders witzig fand ich etwas später die Frage “Welcher Radiosender hat die besten Gewinnspiele?”. Da habe ich die Antwort verweigert. Ich hasse Gewinnspiele im Radio, fast noch mehr als die sogenannte Radio-Comedy, wo ein unwitziger Radiomensch bei unbedarften Hörern anruft und mit schlecht verstellter Stimme versucht diese auf Glatteis zu führen.
Die Musikauswahl orientiert sich eher an dem Grundsatz “nur niemand erschrecken”. Ein neues Lied pro Woche muss genügen. Das macht das Radioprogramm zur modernen Ausführung der Fahrstuhlmusik. Berieselung, die nicht wirklich beim Hörer hängen bleibt. Da macht es nach meiner Erfahrung auch keinen Unterschied ob es sich um einen Privatsender oder eine gebührenfinanzierte Sendeanstalt handelt. Es laufen überall die gleichen “Hits” bis zum Erbrechen und wirklich Neues findet man eher auf Viva oder Mtv.
Für die deutschsprachigen Liedern ist im “Hitradio” oder beim “besten Mix” leider auch wenig Platz. Die Qualität der deutschen Popsongs steht dabei m.E. der englischsprachiger Lieder in nichts nach. Aber vielleicht sind seichte Texte auf Englisch von den Musikredakteuren nicht als solche zu erkennen.
Da passt auch folgende Anekdote: Als vor einigen Jahren Radio 7, der Privatsender aus der Region ein Rosenstolz-Konzert mitveranstaltete, liefen die Werbespots für das Konzert über mehrere Wochen ein bis zweimal die Stunde. Im gleichen Zeitraum habe ich kein einziges Rosenstolz-Lied in voller Länge auf dem Sender gehört.
Durch die ständigen “Jingles” ist der Übergang vom Radioprogramm zur Werbung eher fliessend. Da bin ich sogar froh, dass es bei uns im Büro keine Radiogeräte gibt.
Ich werde wohl auch weiter die Lieder meiner Lieblingsgruppen auf CD erstehen und Radio als Medium für kurze Informationshappen nutzen. Also mich jeden Morgen, noch vor dem Aufstehen, über das Wetter und die Verkehrslage informieren. Im Auto nutze ich dann wieder den CD-Wechsler um “meine” Musik zu hören.
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