Dez
26
2004
Da habe ich über ein Benutzerprofil im WebSozi-Forum das Blog von Hanjo Iwanowitsch gefunden.
Der schreibt über “das Ende des Buchhandels”. Er geht darin auf eine Glosse von Jens Falk auf heise.de ein. Darin heisst es u.a.
Das auch nur ein wenig Speziellere ist in keinem Falle vorrätig, sodass man genausogut beim Internet-Buchhändler bestellen kann. Dass dieser letztendlich mitnichten schneller liefert, sondern für eine Buchbestellung inklusive Lieferung gut drei, vier oder fünf Tage ins Land gehen können, ist eine andere Sache – der Eindruck des Kunden ist, dass er bei Amazon & Konsorten besser bedient wird.
Als Kunde, der sowohl im Internet als auch im traditionellen Handel seinen Lesestoff einkauft, möchte ich da widersprechen. Bei Amazon und Konsorten kann ich niemand fragen, der sich mit der Materie auskennt. Schneller sind die Internet-Buchhändler in meinem Fall auch nicht. Als berufstätiger Single bin ich selten zu Hause, wenn die Post mir meine Bücher bringen will. Also muss ich am nächsten Werkstag zur Postfiliale um das Paket in Empfang zu nehmen.
Dadurch ist der vermeintliche Vorteil der Bequemlichkeit des Online-Einkaufs auch verlorengegangen.
Die eigene Atmosphäre einer Buchhandlung kann auch durch eine noch so gut gestaltete Internetseite nicht ersetzt werden.
Gerade beim Bücherkauf kann man die sonst von vielen gepflegte Vorgehensweise, vor Ort beraten lassen – im Internet (billig) einkaufen, hervoragend umdrehen. Zumindest mache ich das immer öfter so. Ich informiere mich bei Amazon über die Bücher, die ich kürzlich gelesen habe, und schaue mir die daraus resultierenden Empfehlungen (Kunden, die dieses Buch gekauft haben,….) genauer an. Sagt mir eines oder mehrere davon zu, besuche ich auf dem Nachhauseweg die Buchhandlung meines Vertrauens und versuche diese zu kaufen. Sollte mal etwas nicht vorhanden sein, ist die Bestellung am nächsten Tag meistens abholbereit.
Also halte ich das Buch im klassischen Buchhandel schneller in den Händen als im Online-Handel.
Wenn mehr Leser ihre Bücher auf diese Weise kaufen, profitiert auch der Buchhandel vom Internet.
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Dez
21
2004
Da kassiert der Herr Meyer von der CDU gleichzeitig für drei Fulltime-Jobs richtig ordentliche Gehälter und findet nichts dabei. Jetzt, wo er dabei erwischt wurde, plagt ihn das Gewissen und er will einen Teil der zu Unrecht bezogenen Abfindung spenden. Nur schade für ihn, dass der Ablasshandel des Mittelalters heute nicht mehr gilt.
Da teile ich die Einschätzung von Wilhelm Hölkemeier, der in seinem heutigen Kommentar in der Südwest Presse die Meinung vertritt, dass Laurenz Meyer nur wegen Weihnachten noch im Amt ist. Oder braucht er noch ein paar Tage für seine Betriebsrentenansprüche?
Ein Zitat aus dem Kommentar:
Es mag der Chefin einer christlichen Partei gut anstehen, dass sie kurz vor Weihnachten ihren Generalsekretär nicht gleich die Papiere holen lässt. Doch dürfte Laurenz Meyer allenfalls eine Gnadenfrist zugestanden worden sein, denn in Wahlschlachten kann Angela Merkel mit diesem General eigentlich nicht mehr ziehen, “Laurenz Nimmersatt” wird stets die Parole heissen, wenn er die politische Konkurrenz mit moralischen Argumenten attackiert.
Bildlich umgesetzt:

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Dez
13
2004
Lesen bildet nicht nur, sondern macht uns Männer auch für die Frauen attraktiv. Laut Welt am Sonntag kam eine Online-Partneragentur bei einer Umfrage zu diesem Ergebnis.
Dabei sind eher Klassiker gefragt. Mit Dieter Bohlen oder Stephen King auf dem Nachttisch sinken die Aktien.
Und ich dachte immer, das einzige Buch das Frauen bei der Partnersuche interessiert, sei das Sparbuch. So kann man sich irren.
Oder vielleicht doch nicht? Als Begründung wird folgender Zusammenhang vermutet: Lesen bildet, also müssen lesende Männer gebildet sein. Und somit für die Frauen attraktiv.
Mit einer guten Bildung steigen aber auch die Chancen auf besser bezahlte Jobs. Somit ist meine Sparbuchtheorie doch noch nicht aus dem Rennen.
Wir Männer sind da nach der Umfrage nicht so anspruchsvoll. Für nur 38 Prozent der befragten Männer ist das Lesen bei Frauen überhaupt ein Kriterium.
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Dez
8
2004
Da hat es die Südwest-Presse innerhalb von zwei Wochen zweimal in eines der angesehendsten deutschen Nachrichtenmagazine geschafft.
Für die Redaktion ist bedauerlich, dass dies nicht in Zusammenhang mit Enthüllungsgeschichten oder sonstigem investigativen Journalismus geschah. In der Ausgabe vom Montag fand sich unser Lokalblatt auf der letzten Seite im Hohlspiegel wieder.
Aus der “Südwest Presse”: “Die Feuerwehrchefin aus Ofterdingen wird ebenso liebevoll vorgestellt wie eine Frau, die fünf Kinder, aber nie einen Kreißsaal von innen gesehen hat.”
Würde mich schon interessieren, wie so ein Kind von innen aussieht
Viel weiter vorne im Heft war die Erwähnung in der Woche davor auch nicht. Unter “Personalien” (so etwas wie die Spiegel-Klatschspalten) wurde über einen Streit zwischen Erhard Eppler und der SWP-Chefredaktion berichtet. Erhard Eppler hatte sich über Kommentare des Herrn Ahlers, seines Zeichens stellvertretender Chefredakteur, aufgeregt und dies in einem Brief an die Chefredaktion auch deutlich gemacht. Ich finde durchaus begründet.
Wer die Kommentare des Herrn Ahlers schon mal gelesen hat, fragt sich sowieso, warum die Südwest Presse immer noch den Ruf einer “roten” Zeitung hat. Im Vergleich zu den Kommentaren des Herrn Ahlers ist die konservative Schwäbische Zeitung ja fast schon ein Mitglied der “linken Kampfpresse”.
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Nov
30
2004
Der Satz soll auf keinen Fall ironisch klingen. Ich habe ihn geübt, zu Hause vor dem Spiegel, mit verschiedenen Betonungen, mal auf »möchte«, mal auf »SPD«. Man soll mir glauben, dass ich es ernst meine. »Ich möchte in die SPD eintreten!« Als ich vor dem Pförtner stehe, verschlucke ich aus Versehen das »in«, sage: »Ich möchte die SPD eintreten.« Er sagt: »Warten Sie, ich hole jemanden, der Ihnen hilft.« Dann greift er zum Hörer. Er wirkte nicht überrascht.
So beginnt die Mitgliedschaft von Nicol Ljubic in der SPD. Ein Berliner Journalist, Anfang 30, tritt in die älteste demokratische Partei Deutschlands ein.
Was er dabei erlebt und über sich und die Partei lernt, schildert er auf über 200 Buchseiten sehr amüsant.
Für Nicht-Genossen entsteht manchmal den Eindruck er würde übertreiben. Dem ist aber nicht so. Bei meinen eigenen Parteieintritt vor 5 Jahren ging es mir damals in vielen Dingen ähnlich. So funktioniert nun mal das Parteileben. Eigentlich zeigt das nur wie weit sich die politische Wirklichkeit an der Basis von der von den (und für die) Medien inszenierten Politik unterscheidet.
Die Nervosität vor der ersten Parteiveranstaltung, das Erstaunen, dass Politpromis auch nur normale Menschen sind, die auch mal einen schlechten Tag haben können, all das ist sehr authentisch beschrieben.
Es gibt natürlich auch Unterschiede zu meinem Erleben der Partei. Wenn Ljubic schreibt, dass bei Wahlen mehr Mitglieder anwesend sind als sonst üblich, so kann ich das für die oberschwäbische “Diaspora” so nicht bestätigen. Manchmal habe ich den Eindruck es ist bei uns genau umgekehrt. Man bleibt zu Hause, weil man befürchtet sonst mit einem Parteiamt von der Versammlung zurück zu kommen. Auch trifft man hier nicht andauernd auf Minister und Staatssekretäre.
Das Buch kann ich jedem empfehlen, der sich in irgend einer Form für das Funktionieren von Politik interessiert. Ebenso ist das Buch auch für jeden geeignet, der beim Lesen nur gut unterhalten werden will.
Einen guten Eindruck vermittelt die Leseprobe in der Zeit.
1 Kommentar | tags: Politik, Roman, SPD | abgelegt unter gelesen, Politik |