Links und doof

In der taz Ruhr Nr. 7627 vom 31.3.2005 lässt sich Martin Teigeler in einem Kommentar über die Globalisierungsgegner von attac aus. Wenn er diese als

Links und doof

bezeichnet, tut er damit den attacies unrecht? Ich glaube nicht.

Beim Mitlesen der attac-Newsletter hatte ich bei der einen oder anderen Mail auch ähnliche Gedanken. Die Neigung alles in Schwarz-Weiss zu sehen (wer nicht für uns ist, ist gegen uns) findet man in dieser Häufung sonst nur in Zeitungen mit ganz grossen Buchstaben auf dem Titel und deren Lesern. Ich kann mich dem Eindruck nicht erwehren, dass sich bei attac, die Leute treffen, die zwar links fühlen, sich beim Denken aber eher auf einfache Kasalzusammenhänge beschränken.

Hier der Kommentar im Wortlaut:

Das Internet hat die kritischen Bewegungen gegen die Regierenden in Berlin und Düsseldorf stark gemacht. Der informelle Kontakt per E-Mail hat mitgeholfen, den gesellschaftlichen Protest zu mobilisieren. Ohne die digitale Vernetzung wäre wohl weder das Netzwerk attac noch die neue Montagsdemo-Bewegung entstanden. So weit ist das schon okay. Aber wenn in einer diskreten E-Mail an “Attacies” jetzt eine SPD-Wahlkampfveranstaltung als “Göbbelsinszenierung” abgebasht wird, ist die Grenze zur Dämlichkeit überschritten.

Ist ja nur eine E-Mail, werden einige sagen. Nichts Offizielles, werden andere beispringen. Doch Nazi-Vergleiche sind trotzdem daneben. Egal ob in Pressemitteilungen, Bundestagsreden oder Ketten-E-Mails. “Wir wollen dieser Göbbelsinzenierung einen Strich durch die Rechnung machen.” – Wer sich so mobilisieren lässt, ist vielleicht links, aber ganz sicher doof.

Bei attac gibt es selbstverständlich auch selbstkritische Leute, die auch Zwischentöne erkennen können. Schliesslich habe ich den Hinweis auf diesen Artikel aus einem attac-Newsletter.


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