Den sie wissen nicht, was sie tun
Nach den Kommentaren und Einschätzungen zu den Landtags-Wahlen in Sachsen und Brandenburg und der Kommunalwahl in NRW könnte man fast meinen, die Wähler der rechtsextremen Parteien und Wählergruppen hätten nicht gewusst, wen oder was sie da wählen.
Dazu hat Christian Gottschalk in der taz vom 30.9. in seiner Kolumne unter der Überschrift “Blöd, feige, rechtsextrem” über den Einzug der rechten Liste “pro Köln” in den Rat der Stadt und die Reaktionen der üblichen Verdächtigen einen sehr passenden Kommentar abgegeben.
Er schreibt unter anderem:
Wähler von “Pro Köln” haben “Pro Köln” mit voller Absicht gewählt, weil sie genauso miese Rassisten sind wie die. “Pro Köln” hat dort am besten abgeschnitten, wo die Kandidaten persönlich bekannt waren. Dumpfe Parolen, …, sind deshalb dumpf, damit sie jeder versteht. Man geht ihnen nicht arglos auf den Leim. Leute wählen die Gruppierung oder Partei deshalb, weil sie diese Parolen gut finden. Hinterher zu behaupten, man habe von nichts gewusst und sei getäuscht worden, gehört dazu, weil blöd, rechtsextrem und feige schon immer gut zusammen gepasst hat.
Und da hat er leider recht damit. Die übliche Analyse, der Wähler hat aus Protest rechts gewählt, verharmlost und nimmt auch den Wähler nicht richtig ernst. Es kann mir keiner erzählen, jemand geht in die Wahlkabine und wählt eine Partei, die er ablehnt, um es “der Regierung mal so richtig zu zeigen”.
Wer rechtextrem wählt, denkt auch rechtsextrem.
Oder anders ausgedrückt, wer Neonazis wählt, ist selbst auch einer.
