Jul 5 2010

Endlich mal befreit durchatmen

wenn man ab dem 1. August in Bayern abends mal weggeht. Endlich einfach in eine Kneipe gehen können, ohne daß am nächsten Morgen die Klamotten nach Aschenbecher stinken. Endlich unbeschwert ein Café aufsuchen können, ohne an der Türe erst abchecken zu müssen, ob es nicht vielleicht ein sogenannter Raucherclub ist.

Die Bayern, die gestern zur Wahl gegangen sind, haben sich mit einer deutlichen Mehrheit für ein strikteres Rauchverbot im Freistaat ausgesprochen. Wäre ich stimmberechtigt gewesen, hätte ich auch mit Ja gestimmt. Eben auch, weil die alte Lösung mit ihren unzähligen Ausnahmen für einen einfachen Bürger, der nicht Verwaltungsrecht studiert hat, nicht nachvollziehbar ist.

In den nächsten Wochen werden die Hardcore-Raucher wieder lautstark den Niedergang des Abendlandesder Gaststätten”kultur” beklagen. Das konnten wir in den letzten Jahren ja schon mehrfach in verschiedenen Bundesländern beobachten. Gebracht hat das immer relativ wenig. Viel Rauch um Nichts, könnte man dazu auch sagen.

Allerdings muss einem der Blick schon ziemlich vernebelt sein, um einen solchen Kommentar wie Christian Soeder von rotstehtunsgut.de abzulassen.

Ich schätze Christian normalerweise sehr, aber die Befürworter des Volksbegehrens einfach mal so als Spießer abzuwerten, zeigt doch ein etwas seltsames Demokratieverständnis. Es mag kein Grundrecht auf einen Kneipenbesuch geben, genauso wenig gibt es ein Grundrecht darauf andere Leute durch stinkenden Zigarettenqualm zu belästigen.

Ein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit für die in der Gastronomie Beschäftigten gibt es allerdings sehr wohl. Da sollten die “in ihrer Freiheit beschnittenen” Qualmer mal darüber nachdenken.


Jul 4 2010

Folgen oder nicht folgen

das ist ja öfter mal die Frage bei twitter. Auch wenn ich mich da manchmal wundere, wie es z.B. Leute mit einer einstelligen Anzahl von Tweets zu dreistelligen Followerzahlen bringen, soll das heute nicht das Thema sein.

Mir geht es um das sogenannte NoFollow-Attribut, das WordPress seit der Version 1.5 automatisch an alle Links in den Kommentaren anhängt. Eingeführt wurde diese rel=”nofollow” 2005 auf Betreiben von Google. Intention war, damit den Kommentar-Spam zu reduzieren, weil so gekennzeichnete Links nicht für die Berechnung der Linkpopularität herangezogen werden. So sollte der Anreiz für die Spammer wegfallen, durch Blogkommentare das Suchmaschinen-Ranking der beworbenen Seiten zu steigern.

Wie jeder Blog-Betreiber aus eigener Erfahrung weiß, hat dieser Ansatz nicht funktioniert. Spamkommentare kommen immer noch in großer Zahl und müssen mit entsprechenden Plugins bekämpft werden. Und als negativen Nebeneffekt werden Links der erwünschten Kommentatoren durch Nichtbeachtung durch die Suchmaschinen bestraft.

Durch einen Artikel bei Birgit Engelhardt bin ich wieder an diese, schon recht alte, Problematik erinnert worden. Ich bin wie Birgit der Meinung, wer sich die Mühe macht zu kommentieren soll wenigstens ein wenig bei Google davon haben. Deshalb habe ich sowohl hier als auch in meinem Fotografie-Blog das Dofollow-Plugin von Denis de Bernardy installiert.

Ab sofort gibt es hier im Blog keine Links zweiter Klasse für die Kommentatoren.


Jun 25 2010

Gut, dass es nicht gegen Englandien geht

Die Spiele der Fußball-WM in Südafrika waren bisher überwiegend nicht unbedingt mitreisend. Auch die deutsche, also unsere, Nationalmannschaft hat nicht nur berauschende Fußballspiele abgeliefert. Wobei hier natürlich die Erwartungen und Ansprüche durch den überzeugenden Auftaktsieg gegen Australien gestiegen sind.

Nun geht es also am Samstag im Achtelfinale gegen das sogenannte Mutterland des Fußballs, England. Ein durchaus respektabler und ernstzunehmender Gegner. Den “wir” dennoch schlagen werden. Da bin ich aus verschiedenen Gründe zuversichtlich.

Sicher kennen auch die englischen Spieler den Spruch von Gary Lineker:

„Football is a simple game: 22 men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans win.“ („Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen.“)

Und werden diesen hoffentlich beherzigen ;-) . Spätestens in einem möglichen Elfmeterschießen werden sie sich an die Halbfinals der WM 1990 und der EM 1996 erinnern und entsprechend gehemmtvorbelastet am Elfmeterpunkt stehen.

Dazu kommt, dass die deutsche Nationalmannschaften in den KO-Runden der Weltmeisterschaften bisher nur an Mannschaften gescheitert sind, die aus Ländern kommen, die auf “ien” enden. Zweimal verlor man gegen Italien (1982 im Finale, 2006 im Halbfinale). Je einmal waren Argentinien (Finale 1986), Bulgarien (Viertelfinale 1994), Kroatien (Viertelfinale 1998) und Brasilien (Finale 2002) am Ende besser.

Diese Serie werden “Jogis Jungs” sicher nicht leichtfertig am Sonntag reißen lassen. An mangelnder Motivation und fehlendem Einsatz wird es sicher nicht liegen. Gehören doch Länderspiele gegen England (ohne “ien” am Ende) zur gleichen Kategorie wie Spiele gegen die Niederlande oder Schalke gegen Dortmund. Da besteht höchstens die Gefahr, dass die Spieler beider Seiten übermotiviert zu Werke gehen.

Ich freue mich auf ein spannendes und hoffentlich faires Achtelfinale am Sonntag. Mit einem Sieger Deutschland. Schließlich möchte ich nächste Woche nicht von meinen englischen Kollegen gehänselt werden.


Jun 25 2010

Sanfter Zwang

Als ich gestern in der Mittagspause mal kurz nach der Resonanz auf meinen neuesten flickr-Upload schauen wollte, stach mir ein rosa Balken über dem Bild ins Auge. Dort wird man als eingeloggter User mit den Worten

We’re introducing a new photo page, and you can check it out early.

auf den Betatest der neuen Bildansicht hingewiesen. Neugierig wie ich nun mal bin, habe ich sofort auf den Link “Take me to the future!” geklickt. Doch leider hat flickr etwas gegen den Internet Explorer 7, der auf meinem Firmenrechner installiert ist, und zeigt eine Warnmeldung mit einem Hinweis, man möge doch auf die neuen Versionen von Internet Explorer, Firefox, Safari oder Chrome umsteigen.

Obwohl ich zunächst etwas enttäuscht war, die, wirklich gelungene, neue Bildansicht nicht testen zu können, finde ich es gut, dass hier ein großer Anbieter sanften Druck auf die Benutzer älterer Versionen des Internet Explorers ausübt, um diese zu einem Wechsel zu moderneren Browsern zu bewegen. Neben den Sicherheitsproblemen, die bei diesem Browser immer wieder bekannt werden, ist die mangelhafte Einhaltung von Webstandards beim IE ein ständiges Ärgernis.

Was habe ich früher, als ich noch mehr an Themes und Internetseiten gebastelt habe, über den Microsoft Browser geflucht, weil dieser die Seite einfach nicht wie gewünscht darstellen wollte. Weil hier die Version 8 eine deutliche Verbesserung bringt, wäre zu begrüßen, wenn andere Anbieter sich dem Beispiel von flickr anschließen würden.


Jun 19 2010

Wahlaussage bestätigt

Im Allgemeinen wird ja den Aussagen Politikern im Wahlkampf nicht unbedingt geglaubt. Das Umsetzen der Wahlprogramme wird ja meist durch Koalitionspartner und Mehrheiten im Bundestag nicht unbedingt erleichtert.

Dass nun aber die schwarz-gelbe Gurkentruppe Regierungskoaltion die Aussagen der SPD aus dem Wahlkampf, dass die Schwarzen und Gelben in der Krise nicht regieren können, so eindrucksvoll bestätigen ist ungewöhnlich.

Den Niedergang der Wunschkoalition der “bürgerlichen Mitte” zeigen sehr schön diese beiden SPIEGEL-Titelbilder:

Zwischen beiden Ausgaben liegen noch nicht einmal 9 Monate. So schnell hat bisher noch keine Regierung abgewirtschaftet. Da drängt sich mir der Verdacht auf, dass Frau Merkel als Regierungschefin in ihrer Regierung eine Partei braucht, die die Arbeit macht und den Karren zieht. Und wie es scheint ist die Union dazu nicht in der Lage. Die FDP ist dies definitiv nicht.

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man Peer Steinbrück fast schon als Propheten bezeichnen. Hat er diese Unfähigkeit der FDP am 8. September 2009 doch schon vorhergesagt.