Jun
15
2010
Gestern war auf Spiegel online unter der Überschrift “Opposition spekuliert auf Neuwahlen” folgendes zu lesen:
Die Koalition ist zerrüttet, jetzt wittert die Opposition ihre Chance: Grünen-Fraktionschefin Renate Künast fordert Neuwahlen, ebenso Frank-Walter Steinmeier von der SPD. Die Regierung flüchtet sich in verzweifelte Durchhalteparolen.
Gehört wohl zu den parlamentarischen Traditionen, dass bei einer schwach agierenden Regierung von der Opposition reflexhaft Neuwahlen gefordert werden. So gab es, wenn ich mich richtig erinnere, auch zu Zeiten der rot-grünen Regierungszeit Forderungen von FDP und Union nach Neuwahlen. Man könnte also sagen, jetzt sind wir quitt und zur konstruktiven Arbeit übergehen. So wie es zum Beispiel der Vorsitzende meiner Partei, Sigmar Gabriel, macht, wie heute ebenfalls auf Spiegel online zu lesen ist.
Generell gefällt mir dieser sachorientierte Ansatz meines Parteivorsitzenden besser als die auf Schlagzeilen zielende Hau-Drauf-Rhetorik der Fraktionsvorsitzenden. Dennoch hat es mich mal gereizt, anhand der aktuellen Sonntagsfragen-Ergebnisse ein Neuwahlszenario durch zu spielen. weiterlesen
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Mai
25
2010
Bisher waren die maximal 5 Sekunden, die ich brauchte um den Sender zu wechseln wenn ein unsympathisches Gesicht auf dem Fernsehschirm auftauchte, ein Koch.
Doch weil heute Roland Koch, der “brutalst mögliche Aufklärer” der “jüdischen Vermächtnisse” der Hessen-CDU, angekündigt hat sich von allen politischen Ämtern zurückzuziehen, braucht diese Zeiteinheit einen neuen Namen.
So richtig bedauern kann ich das nicht. Unter den aktuell aktiven Politikern fällt mir keiner ein, der so populistisch wie Herr Koch Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausspielt, um daraus politische Vorteile zu ziehen.
Ich fürchte allerdings die Lücke, die Herr Koch als Hetzer und Provokateur innerhalb der CDU hinterlässt, wird schon bald von einem Anderen ausgefüllt.
Zum Abschied noch ein kurzes Youtube-Video zur Erinnerung an Frau Merkels freud’schen Versprecher von 2008. Dem ist nicht hinzuzufügen.
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Mai
21
2010
Gestern nötigte mich auf dem Weg zur Arbeit mal wieder die Tankanzeige meines Autos eine Verkaufsstelle für Mineralölerzeugnisse aka Tankstelle aufzusuchen. Den Preis pro Liter Super fand ich mit 1,389€ ganz akzeptabel, lag er doch in den Tagen zuvor eher bei 1,45€. Doch als ich dann den Kassenraum betrat, war der Tankwart gerade dabei den Preis auf 1,429€, also um satte 4 Cent, zu erhöhen. An diese starken Preissprünge werde ich mich vermutlich nie gewöhnen, schließlich habe ich in einer Zeit mit dem Autofahren begonnen, als die Preisänderungen in Schritten von einzelnen Pfennigen erfolgten.
Als ich dann auf dem Heimweg wieder an der Tankstelle vorbei kam, lag der Preis wieder bei 1,389€.
Diese Schwankungen an einem Tag, aber auch mal von einem Tag zum nächsten, nerven mich extrem. Mag ja sein, dass es Autofahrer gibt, die Spaß daran finden, jeden Tag zu spekulieren, ob es nun günstiger ist heute zu tanken oder es doch auf morgen zu verschieben. Aber die haben bestimmt auch T-Aktien auf der Bank und verfolgen täglich die Kursentwicklung.
Für mich ist diese Zockerei an der Zapfsäule oder Börse nichts. Ich spiele ja auch nicht Poker oder Roulette.
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Mai
5
2010
die Sonntags etwas anderes fordern als sie unter der Woche tun und äußern finden sich immer wieder in der Politik. Das ist normalerweise eine Spezialität der Unionspolitiker, besonders die südwürttembergischen Landtagsabgeordneten habe ich da in schlechter Erinnerung, aber auch Abgeordnete und Senatoren meiner Partei sind dafür durchaus begabt.
In den berühmt-berüchtigten Sonntagsreden wird ja immer gerne Engagement und Zivilcourage als besonders wichtige Eigenschaft des Bürgers gelobt und hervorgehoben. Wenn allerdings, wie am Wochenende in Berlin, ein bekannter Politiker mit gutem Beispiel voran geht (oder sitzt), ist es auch wieder nicht recht. Wie ich auf Welt-online gelesen habe, kritisieren Genossen die gewaltfreie Sitzblockade von Wolfgang Thierse gegen Neo-Nazis am 1. Mai.
Nach seiner Sitzblockade gegen eine NPD-Demonstration erntet Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) viel Unverständnis auch in der eigenen Partei. Berlins Innensenator Ehrhart Körting sagte, Thierse habe sich nicht rechtmäßig verhalten.
Und auch die Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses Anja Hertel und Tom Schreiber hängen sich an diese Kritik mit ran.
Sich so mit einer publikumswirksamen, aber dennoch notwendigen Aktion auseinander zu setzen ist auch eine Möglichkeit seinen Namen wieder in der Presse zu finden. Ich hätte mir eher gewünscht, die Namen Körting, Hertel und Schreiber wären da gelandet, weil sie neben oder hinter Wolfgang Thierse sitzend den Aufmarsch der Nazis behindert hätten.
Es mag ja sein, dass es Regelungen gibt, die das Blockieren eines Demonstrationszuges nicht erlauben. Gewaltfrei gegen das braune Gedankengut Flagge zu zeigen ist für mich höher zu bewerten als kleinkarierte Paragrafenreiterei.
Es gibt in der SPD schon ein paar Menschen, bei denen empfinde ich es als Ehre mit ihnen in der gleichen Partei zu sein. Wolfgang Thierse ist einer davon.
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Mrz
17
2010
oder in der Originalsprache “A curious thing” lautet der Titel des neuen Albums von Amy MacDonald.
Nachdem ich bei Nobbi darauf gestoßen bin, dass Amy einen Nachfolger des Debütalbums “This is the life” herausbringt, war mir klar, dass ich das Teil kaufen werde. Am Wochenende habe ich dann spontan bei Saturn die CD in der “Limited Deluxe Edition” eingekauft. Diese bringt noch eine zweite Scheibe mit Liveaufnahmen aus den Barrowland Ballroom von 2007 mit. Diese lohnt den Mehrpreis definitiv. Neben den Live-Versionen der Titel vom ersten Album gefällt mir besonders die Coverversion meines Lieblingslieds von den Pogues “Fairytale of New York”.
Bei den neuen Liedern war ich gespannt, ob eine Weiterentwicklung zum ersten Album zu erkennen ist. Diese Frage kann ich aus meiner Sicht mit ja beantworten. Die Songs sind nicht mehr nur auf eine Sängerin mit Gitarre zugeschnitten. Auch die Arrangements sind aufwändiger, wie sehr gut an der Single-Auskopplung “Don’t Tell Me That It’s Over” erkennen kann. Ich habe auch den Eindruck, dass sich Amy gesanglich weiter entwickelt hat und auch so ruhige Balladen wie “What Happiness Means To Me” sehr gut interpretieren kann.
Die Freunde der flotteren Songs kommen auch nicht zu kurz. Bei “This Pretty Face” kommt dabei als neues Soundelement das Klavier hinzu. Eine sehr gelungene Ergänzung des Repertoires, wie ich meine und eines meiner Lieblingslieder auf dem Album.
Für mich ist die CD ein Kauftipp, da sie mir auch nach dem fünften Mal anhören in 2 Tagen nicht langweilig wird und es immer wieder Neues zu entdecken gibt.
Für einen eigenen Eindruck kann man hier in die Songs hineinhören.
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