Äpfel und Bananen
Unter Bananenware versteht man ja gemeinhin Software, die wie Bananen erst beim Kunden reift. Heutzutage acht man das nicht mehr mit einer vorschnell auf den Markt geworfenen Version sondern startet eine “Public-Beta”, wie es z.B. Adobe bei der Einführung von Lightroom gemacht hat. Positiver Nebeneffekt für den Softwareanbieter ist dabei, dass weniger potentielle Kunden zu Konkurrenzprodukten abwandern.
So oder ähnlich müssen sich das die Leute bei Apple auch gedacht haben, als sie jetzt die Beta-Version des Safari-Browsers für Windows auf die Internet-User-Welt losgelassen haben.
Ich habe mir die Software auch heruntergeladen und installiert. Wegen dem Beta-Status habe ich keine Software erwartet, die mit Geschwindigkeitsrekorden aufwartet, aber so zum Testen von Internetseiten ist eine weitere Alternative zu Firefox, Opera und dem komischen Browser aus Redmond immer gern gesehen.
Was die Firma aus Kalifornien da allerdings in auf meinen Rechner gepackt hat, lässt sich auch nicht mit dem Kultstatus den Apple zwischenzeitlich bei einigen hat und der dadurch erhöhten Toleranzschwelle erklären. So eine unbenutzbare, instabile Software habe ich das letzte Mal getestet, als Software noch über Sharewaredisketten zum Test angeboten wurde und Windows nur eine grafische Benutzeroberfläche für DOS war.
Sämtliche Menüs wurden ohne Text angezeigt, spätestens nach dem fünften Klick verabschiedete sich dieser Programmierfehler aus Cupertino ins Nirwana. So schnell wurde bei mir noch keine Software wieder deinstalliert.
Und dann kommt noch dazu, dass wenn man beim Installieren zu schnell klickt, wird einem auch noch einen neuen Netzwerkdienst namens Bonjour untergejubelt. Wenn ich das richtig verstehe, gibt das Teil Dinge auf meinem Rechner frei, ohne mich zu fragen. Was soll das denn? Solche Eingriffe in die Systemsicherheit zur Erhöhung des Benutzungskomforts kannte ich bisher nur von Microsoft.
Herr Jobs, das war wohl nix. Werbung für ein gutes Produkt sieht anders aus. Gut gemeint ist eben doch das Gegenteil von gut gemacht.
