Und Tschüss, Eselsohr
Regelmäßigen Besuchern meiner Seite dürfte aufgefallen sein, dass die obere rechte Ecke jetzt ruhiger aussieht. Grund ist das fehlende “Pagepeel” des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung , kurz auch AK Vorrat, das ich gerade entfernt habe.
Zum einen störte das ständige Gezappel dieses Eselohrs in meinen Augen das Layout zu sehr. Die grelle gelbe Farbe der aktuellen Briefaktion tat ein Übriges um ständig beim Lesen abgelenkt zu werden.
Neben diesen mehr optischen Gründen habe ich die Werbung für die AK Vorrat auch aus, wenn man so will, inhaltlichen Gründen entfernt. So sinnvoll das Eintreten des Arbeitskreises für das Bürgerrecht der informellen Selbstbestimmung immer noch ist, so wenig kann ich die Art und Weise wie dies im Moment geschieht unterstützen. Gerade im zurückliegenden Bundestagswahlkampf wurde der nach meiner Meinung notwendige Weg der parteipolitischen Neutralität mehrfach verlassen.
Der Bericht der Ortsgruppe Bamberg vom 22.10. festigte dann meinen, schon vorher vorhandenen, Eindruck es hier mit einer Vorfeldorganisation der Piatenpartei zu tun zu haben, so deutlich, dass ich mich heute entschlossen habe, die Werbung für diese Organisation zu entfernen.

9. März 2010 um 23:34 Uhr
ha ha ha,
durch zufall auf diese seite gestoßen.
ist zwar etwas spät, aber dennoch kommentierenswert.
Da irrst Du gewaltig:
1. Der AK Vorrat ist überparteilich.
Da sind z.B. Piraten, Grüne, der ein oder andere Juli, Juso, Gewerkschafter und viele viele Menschen ohne organisatorischen Hintergrund aktiv.
Über Parteien definieren wir uns nicht. Wäre auch schäbig.
2. In Bamberg ist das nicht anders.
In diesem Fall einfach mal den Blog lesen.
Aber wer mit einer so autoritären und ansonsten wechselhaften Volkspartei (SPD) auf dem eigenen Blog wirbt, der hat wohl außer Fraktionsdisziplin kaum Orientierung. Das nennt man dann auch fremdbestimmt.
Weiter bis zum Untergang, ihr Pinocchios!
10. März 2010 um 14:53 Uhr
Ausnahmsweise möchte ich auch mal jemand antworten, der in platten Vorurteilen gefangen ist. Meine Parteimitgliedschaft ist Ausdruck meiner politischen Grundhaltung. Und ist sicher kein Ersatz für eine eigene Meinung. Die im übrigen gerade bei der Netzpolitik stark von der Fraktionslinie abweicht. Wobei Dir als politisch informierter Bürger auch sicher klar ist, dass Parteien und Fraktionen auch von der Gesetzeslage nicht deckungsgleich sind.
Zu 1. Ich habe die AK Vorrat lange mit diesem Pagepeel auf meiner Seite unterstützt (war unter den ersten 100 Webseiten). Das Einbinden geschah im bewusst mit Kenntnis der Ziele des AK Vorrat. Das Entfernen geschah genauso bewußt wegen der Art und Weise wie versucht wird diese Ziele umzusetzen.
Zu 2. Ich habe den Blog gelesen. Dies war der Auslöser des Löschens. Wenn über das Auftreten eines Parteifunktionärs einer Partei in einem Stil geschrieben wird wie ihn auch die JU Bamberg bei einem Auftreten des Ministerpräsidenten verwenden würde, fehlt mir die von Dir reklamierte Distanz zu bestimmten Parteien.
10. März 2010 um 15:55 Uhr
Also
zu 1.)
Welche wären das denn konkret?
Über die MailingList hab ich da keine Kritik wahrgenommen, auch wenn ich diese nicht zu 100% verfolge.
Zu 2) Bamberg:
Die Piratenpartei und ihr “Funktionär”:
- Es gibt dort keine Funktionäre wie etwa in der SPD.
Die Partei ist basisdemokratisch orientiert.
So dass dort eine Entfremdung von der Basis wie in der SPD seit Schröder nicht passieren kann.
- Es war eine Gemeinschaftsaktion, wenngleich der Genannte an sich schon immer sehr aktiv im AK war.
Hätte jeder Juso auch gekonnt.
- Sämtliche andere Parteien (FDP, Grüne, Jusos, Linke und zig andere) wurden immer wieder versucht, zu aktivieren. Fast immer erfolglos.
Ergo: Wir sind überparteilich, aber immer bereit, mit maximal vielen anderen Organisationen für “die Sache” einzutreten.
Wenn das nicht klappt, zeugt das davon, dass Inhalte weniger wichtig zu sein scheinen, als Organisationen.
Warum maximale Distanz zu Parteien für den AK nötig ist, verstehe ich nicht. Man hat doch Schnittpunkte zu MEHREREN Parteien, was ihre Versprechen (!) angeht.
Die SPD als Ganzes ist da dennoch sicher sehr problematisch, da maximal die sog. Jusos und Einzelpersonen der Partei halbwegs für freiheitliche Grundrechte einstehen.
Nahezu alle SPD-MdBs haben für die grundgesetzwidrige VDS gestimmt und die SPD hat an sich die problematischste (!) Vergangenheit und Gegenwart was Überwachungsgesetzgebung angeht.
PS:
Piraten in der SPD, Jusos und andere Ausnahmen sind dennoch immer Willkommen, auch wenn die SPD der CDU/CSU in nichts nach steht. Da ist KEIN Unterschied.
PPS: Ok. Freischlatfunktion erkannt.
11. März 2010 um 07:42 Uhr
Kurz zu Begrifflichkeit: Ein Parteifunktionär ist für mich jemand, der eine Funktion oder ein Amt in einer Partei hat. Das schließt auch ein Ehrenämter wie einen stellvertretenden Vorsitzenden mit ein.
Die Einladung zur Mitarbeit finde ich, sagen wir mal etwas befremdlich. Warum sollte ich meine Freizeit für die Mitarbeit in einer Organisation opfern, wenn ich da aufgrund meiner Mitgliedschaft in einer bestimmten Partei erst einmal pauschal als Lügner verunglimpft werde? Oder ist mit Pinocchio etwas anderes gemeint?
Überhaupt erscheint mir die Herangehensweise verschiedener Netzaktivisten (trifft auch auf den AK Zensur zu) an Diskussionen mit den in den Parlamenten vertretenen Parteien nicht gerade zielgerichtet. Wenn ich im normalen Leben etwas von jemand möchte, trete ich dem auch nicht erst mal vor’s Schienbein, erzähle ihm, dass er ein A****loch ist, bisher alles falsch gemacht hat und nur ich weiß wie die Sache zu laufen hat. Dieser missionarische Eifer ist zwar bis zu einem bestimmten Punkt menschlich verständlich, hilft aber “der Sache” nicht wirklich weiter.
Du wirst mich nicht dazu bringen das Pagepeel wieder einzubauen. Wenn ich Anderen erlaube ferngesteuert Inhalte ohne Eingriffsmöglichkeit meinerseits auf der Homepage zu platzieren, muss ich diesen Anderen absolut vertrauen können und 100% hinter diesen Inhalten stehen. Und dieses Vertrauen ist für mich beim AK Vorrat nicht mehr gegeben. Oder kurz: Ich habe keine Lust hier einer Organisation Werbeplatz zur Verfügung zu stellen, die beim allseits beliebten SPD-Bashing vorne mit marschiert.
10. März 2010 um 11:37 Uhr
Ohhhh, kritischer Kommentar gelöscht?
Die Tatsachen, dass du nicht weißt, was der AK Vorrat ist, zeigt, dass du dich – wie deine Partei (stellvertretend für dich) – nicht für freiheitliche Grundrechte interessierst.
Ebenso hast du den bezeichneten Artikel nicht gelesen.
Sonst würdest du keine derartigen Lügen verbreiten müssen.
Und keine kritischen Kommentare löschen müssen.
Das BVerfG hat euch im Übrigen nur erneut attestiert, wo ihr steht.
Freiheitliche Grüße, lupenreiner Sozialdemokrat.
PS: In meinem Verwandten- und Bekanntenkreis wählt keiner mehr SPD.
Und das waren vorher ganz schön viele, wie ich schockiert feststellen musste.
10. März 2010 um 14:35 Uhr
Wenn ein Kommentar in die Moderationsschleife rutscht, hat das nichts mit dem Löschen kritischer Kommentare zu tun.